Wie kam der Sambo nach Deutschland?

Josef Bart, Initiator und Präsident des Deutschen Sambo Verbandes erinnert sich, wie alles begann: In Kasachstan aufgewachsen, kam er 1990 von Russland als Deutscher in seine historische Heimat zurück, absolvierte sein Studium an der TiHo Hannover und begann seine Arbeit. Immer wieder sah er besonders bei Jugendlichen Schwierigkeiten z.B. bei der Kommunikation aber auch in anderen Bereichen. Er erkannte, dass durch die Einbeziehung von Sport eine bessere Verständigung zwischen den Menschen sowie eine schnellere Integration möglich ist.

Das war die Intention von Josef Bart.

Aber es war ihm bei der Integration auch wichtig, den Jugendlichen ein Werkzeug an die Hand zu geben, das ihnen das Gefühl vermitteln konnte, etwas Wertvolles zu sein. Etwas, was sie mit der früheren Heimat verbindet und stolz machen kann. Denn nach dem Zerfall der Sowjetunion gab es für viele Heimkehrer eine schwierige Zeit. Gestern noch stolz Bürger der Sowjetunion zu sein, fühlten sie sich jetzt als Bettler. Um ihnen dieses Gefühl nehmen zu können, überlegte sich Josef Bart, was könnte man den Jugendlichen aus den GUS-Staaten geben, dass denen eine schnellere Integration ermöglicht, um einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten? Die Wahl fiel auf Sambo, eine Kampfkunst zum Selbstschutz ohne Waffen. Warum Sambo? Zum einen hatte er Sambo in Kasachstan selbst trainiert und Sambo hat ihm in jungen Jahren in schwierigen Lebenssituationen geholfen.
Als zweiter Teil der Integration war es für ihn wichtig diese wundeschöne und sehr effiziente Kampfkunst und Sportart der heimischen Bevölkerung, Polizei und Bundeswehr näher zu bringen.

Da für Josef die Integration in Vordergrund stand und er nie selbst aktiv werden wollte, unternahm er zahlreiche Versuche Andere für diese Idee und Organistation des Verbandes zu gewinnen, was aber immer wieder scheiterte. Doch der Sambo ließ ihn nicht los, und so gab er seine Aktivitäten als Hockey-Trainer und Organisator auf, um sich mehr dem Sambo zu widmen. Worauf im Jahr 2000 die ersten Schritte für die Gründung eines Verbandes getan und Trainings organisiert wurden.

Im November 2001 nahm die Deutsche Sambo-Nationalmannschaft zum ersten Mal an einer Sambo Weltmeisterschaft mit Valeri Weber, Alexej Tschetverikov und Eduard Gerstner in Krasnojarsk/ Russland teil.

Die ersten Deutschen Meisterschaften fanden am 4. Mai 2002 in Itzehoe statt, an denen 48 Sportlerinnen und Sportler teilnahmen. Seit dem werden in Deutschland Jahr für Jahr Turniere und Meisterschaften durchgeführt und das Interesse und die Bekanntheit steigen nicht nur hier in Deutschland, sondern auch über die Grenzen hinaus.

Um die Jugendarbeit zu fördern, rief Josef 2003 das erste Mal die Germaniade ins Leben. Bei diesem Wettkampf stehen die Integration, das Kontakteknüpfen und die Förderung des Gemeinschaftssinnes bei den Sportlern und Offiziellen im Vordergrund.

So konnten durch zahlreiche Initiativen von vielen früheren und neu gewordenen Sambokarinnen und Sambokas in 14 Jahren seit Beginn viele Erfolge auf sportlicher und integrativer Ebene verzeichnet werden und der Deutsche Sambo Verband sich ständig weiterentwickeln. Dies führte dazu, dass der DSV auch in der internationalen Sambowelt Anerkennung fand. Selbstverständlich ist der Deutsche Sambo Verband e. V. auch Mitglied im ESV und FIAS.

Der Deutsche Sambo Verband e. V. wurde offiziel am 22.04.03 registriert. Vereinsregister-Nr.: VR 0808, Amtsgericht Itzehoe Damit war die 1,5 Jahre lange Vorbereitungsarbeit beendet.